Der akademische Ledersprung ist eines der wichtigsten Ereignisse des Studienjahres in Leoben. Er ist weit über Leobens Grenzen hinweg bekannt und lockt deshalb auch jedes Jahr viele Besucher in unsere schöne Montanstadt. Der Ledersprung ist der traditionsgemäße Aufnahmeritus in den Bergmannsstand bzw. in dessen „verwandte“ Berufsstände.
Als Veranstaltungsort dient seit einigen Jahren die Sporthalle Donawitz, in welcher sich am Tag des Ledersprunges hunderte Erstsemestrige, Studierende, Absolventen und Ehrengäste aus Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Militär tummeln. Die Tische, die Ränge der Halle und die Stehplätze sind meist voll gefüllt.
Zum Ablauf des akademischen Ledersprunges: Bergleute in Tracht und Arschleder stehen am Eingang der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Halle. Nach diversen traditionellen Liedern, die von allen Anwesenden lautstark gesungen werden, und der Begrüßung bittet das Präsidium den Rektor, den Ledersprungkommers zu eröffnen. Die Erstsemestrigen ziehen mit dem „Fuxenritt“ in den Saal ein und nehmen auf den Springertafeln Platz. Alle Springer müssen während des ganzen Abends den Bergkittel tragen. Zwischen den folgenden, heiteren Reden und Studenten- bzw. Bergmannsliedern gibt es Gesprächspausen, auch Kolloquien genannt, die zum fröhlichen Zutrinken untereinander, vor allem aber zu den Professoren hin genützt werden.
Nun folgt der eigentliche Akt des Ledersprungs. In der Mitte der Halle steht ein Bierfass, davor nehmen die Springer der Reihe nach Aufstellung. Hinter dem Fass halten der älteste anwesende Bergmann und der Rektor das Arschleder, ein früher von den Bergleuten zum Schutz vor Nässe am Hinterteil getragenes Stück Leder.
Springer für Springer steigt nun auf das Fass, zuerst die neuen Professoren und Assistenten, dann die Erstsemestrigen. Jeder muss vier Fragen beantworten: „Dein Name?“, „Deine Heimat?“, „Dein Stand?“ und „Dein Wahlspruch?“. Der Springer leert ein Seidel Bier und springt über das Leder.

